Ein WhatsApp Broadcast schickt dieselbe Nachricht an viele Kontakte gleichzeitig, und jeder Empfänger sieht sie als ganz normalen Einzelchat. Niemand erfährt, wer sie sonst noch bekommen hat, und Antworten landen wieder einzeln bei dir. Das ist der Unterschied zur Gruppe, in der sich alle gegenseitig sehen und jede Antwort bei allen aufpoppt.
Zwei Regeln begrenzen das Ganze, und die zweite ist die unangenehme. Erstens kannst du nur Kontakte in eine Broadcast-Liste legen, die in deinem Adressbuch stehen; eine Nummer, die du nicht gespeichert hast, taucht bei der Auswahl gar nicht auf. Zweitens kommt die Nachricht nur bei Empfängern an, die umgekehrt auch deine Nummer gespeichert haben. Wer dich nicht gespeichert hat, bekommt sie nicht, und du bekommst darüber keine Fehlermeldung. Der Broadcast sieht bei dir versendet aus.
Was ist ein WhatsApp Broadcast?
Eine Broadcast-Liste ist eine gespeicherte Empfängerliste, keine Unterhaltung. Du legst sie einmal an, wählst die Kontakte aus und schreibst hinein wie in einen Chat. WhatsApp stellt die Nachricht dann an jeden Kontakt der Liste einzeln zu.
Für den Empfänger ist nicht erkennbar, dass es ein Broadcast war. Er sieht eine Nachricht von dir im gewohnten Einzelchat und antwortet dort. Diese Antwort geht nur an dich, nicht an die Liste.
In eine Liste passen bis zu 256 Empfänger. Sie bleibt bestehen, bis du sie löschst, du kannst dieselbe Gruppe also mehrfach anschreiben, ohne sie jedes Mal neu zusammenzustellen. Änderst du die Liste, gilt die Änderung ab der nächsten Nachricht.
Warum kommt der Broadcast bei manchen nicht an?
Weil WhatsApp voraussetzt, dass ihr euch gegenseitig kennt. Die Auswahl zeigt dir ohnehin nur deine eigenen Kontakte, aber das reicht nicht: Steht deine Nummer nicht im Adressbuch des Empfängers, wird die Broadcast-Nachricht nicht zugestellt. Das ist kein Fehler, sondern Absicht. Die Regel verhindert, dass Broadcast-Listen zum Massenversand an Fremde werden.
Für einen Betrieb ist das der entscheidende Haken. Deine Stammkundschaft hat dich vermutlich gespeichert. Wer einmal angefragt und nie gebucht hat, eher nicht. Genau die Gruppe, die du mit einer Aktion erreichen willst, fällt also am ehesten heraus.
Es gibt keinen Bericht, der dir zeigt, wen es getroffen hat. Du siehst nur die Haken bei denen, die die Nachricht bekommen haben. Wer fehlt, fällt dir nicht auf, weil nichts fehlt, was du sehen könntest.
Wir haben das am 22. September 2026 selbst geprüft, weil es überall behauptet und nirgends belegt wird: Broadcast an eine Liste mit zwei Testnummern, beide in unserem Adressbuch gespeichert, unsere Absendernummer aber in keinem der beiden Adressbücher. Bei beiden kam nichts an, und im Broadcast sah es aus wie ein normaler Versand.
Broadcast, Gruppe oder Kanal: was passt wann?
Die drei werden oft verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Aufgaben haben.
Eine Gruppe ist ein gemeinsamer Raum. Alle sehen alle, jede Antwort erreicht jeden. Gut für ein Team, schlecht für Kundschaft: niemand möchte, dass sein Friseurtermin vor vierzig Fremden verhandelt wird, und die Telefonnummern liegen dabei offen.
Ein Broadcast ist eine Verteilerliste. Einer schreibt, viele lesen einzeln, Antworten kommen einzeln zurück. Die Empfänger bleiben voreinander anonym.
Ein Kanal ist ein öffentliches Schwarzes Brett. Menschen abonnieren ihn freiwillig, du siehst ihre Nummern nicht, und sie können dir dort nicht antworten. Gut für Ankündigungen an Fremde, ungeeignet für alles, was ein Gespräch werden soll.
Für Kundenkommunikation mit Rückkanal bleibt damit der Broadcast, und für alles Terminbezogene keins von dreien. Warum, steht weiter unten.
So erstellst du eine Broadcast-Liste
Der Weg ist in der normalen WhatsApp-App und in WhatsApp Business derselbe.
- Öffne WhatsApp und tippe auf das Menü beziehungsweise auf Neuer Chat.
- Wähle Neuer Broadcast.
- Setze Haken bei den Kontakten, die die Nachricht bekommen sollen. Zur Auswahl stehen nur gespeicherte Kontakte, maximal 256 pro Liste.
- Bestätige die Auswahl und schreibe deine Nachricht wie in einem normalen Chat.
Danach findest du die Liste bei deinen Chats wieder, erkennbar am Broadcast-Symbol. Antworten erscheinen nicht dort, sondern in den jeweiligen Einzelchats.
Ein praktischer Hinweis: Schreib den Text so, dass er einzeln gelesen funktioniert. „Hallo zusammen" verrät sofort, dass es ein Verteiler war, und nimmt der Nachricht genau die Wirkung, für die du WhatsApp gewählt hast.
Wo der Broadcast an seine Grenze kommt
Ein Broadcast kann eine Sache nicht: wissen, wer wann einen Termin hat. Er schickt allen dasselbe zur selben Zeit.
Für eine Aktion, eine geänderte Öffnungszeit oder einen saisonalen Hinweis ist das genau richtig. Für Terminerinnerungen ist es das falsche Werkzeug, denn dort muss jede Nachricht zu einem anderen Zeitpunkt an eine andere Person gehen, mit ihrem Termin darin. Mit einer Verteilerliste hieße das: jeden Tag von Hand eine neue Liste bauen, den Text anpassen und hoffen, dass niemand doppelt oder gar nicht drinsteht.
Verschiebt sich ein Termin, müsstest du die schon verschickte Nachricht zurückholen, was nicht geht. Genau an dieser Stelle hört die Verteilerliste auf und ein System anfängt, das den Termin ohnehin kennt. Wie das aussieht, steht bei den automatischen Terminerinnerungen, und welche Werkzeugtypen es dafür gibt, vergleicht der Beitrag WhatsApp-Terminerinnerung: die Tools im Vergleich.
Was gilt rechtlich beim Broadcast?
Sobald eine Nachricht wirbt, brauchst du eine Einwilligung. Das gilt unabhängig davon, ob du sie einzeln, per Broadcast oder über die WhatsApp Business Platform verschickst, und es gilt auch dann, wenn die Nummer bei dir im Adressbuch steht. Eine gespeicherte Nummer ist keine Einwilligung.
Sauber ist der Weg, auf dem der Kunde selbst zustimmt: beim Buchen, im Formular, im Chat. Die Zustimmung gehört dokumentiert, und der Widerruf muss genauso einfach sein wie die Zustimmung.
Wer auf der Business Platform statt in der App arbeitet, hat dort ohnehin eine getrennte Kategorie für werbliche Nachrichten mit eigenen Regeln und eigenen Kosten. Was das kostet, steht im Beitrag WhatsApp Business Kosten, und was bei terminbezogenen Nachrichten datenschutzrechtlich gilt, klärt WhatsApp-Terminerinnerung und DSGVO.
Häufige Fragen zu WhatsApp Broadcast
Wie viele Empfänger passen in eine Broadcast-Liste?
Bis zu 256. Brauchst du mehr, legst du mehrere Listen an und verschickst nacheinander. Für größere Verteiler ist genau das der Punkt, an dem die App an ihre Grenze kommt und die WhatsApp Business Platform der vorgesehene Weg ist.
Sehen die Empfänger sich gegenseitig?
Nein. Jeder bekommt die Nachricht in seinem Einzelchat und erfährt nicht, wer sonst auf der Liste steht. Genau darin unterscheidet sich der Broadcast von der Gruppe, in der alle Teilnehmer und deren Nummern sichtbar sind.
Warum bekommen manche Kontakte meinen Broadcast nicht?
Weil sie deine Nummer nicht gespeichert haben. Das ist die häufigste Ursache und sie bleibt unsichtbar, weil WhatsApp dir dazu keine Meldung gibt. Wenn ein Broadcast schlechter läuft als erwartet, ist das der erste Punkt, den du prüfen solltest.
Kann ich Terminerinnerungen per Broadcast verschicken?
Technisch ja, sinnvoll nein. Eine Verteilerliste kennt keine Termine, also müsstest du täglich von Hand eine neue Liste bauen und den Text anpassen. Automatische Erinnerungen laufen stattdessen aus dem Kalender heraus und passen sich an, wenn ein Termin verschoben oder abgesagt wird.
Ist ein Broadcast dasselbe wie ein WhatsApp-Kanal?
Nein. Beim Broadcast schreibst du an Menschen, die dich gespeichert haben, und sie können dir antworten. Ein Kanal ist öffentlich, wird abonniert und hat keinen Rückkanal. Für Kundenkommunikation, aus der ein Gespräch werden soll, ist der Kanal deshalb das falsche Format.
