Ende Juni 2026 haben Telekom, O2 und 1&1 die MMS abgeschaltet, Vodafone schon 2023. Für Fotos, Videos und Sprachnachrichten aus der Nachrichten-App bleibt seitdem RCS. Welcher Weg gerade genutzt wird, steht klein im Eingabefeld: RCS, SMS oder auf dem iPhone iMessage.
Was ist RCS?
RCS steht für Rich Communication Services, ein Nachrichtenstandard, den die GSM Association entwickelt hat, die internationale Vereinigung der Mobilfunkanbieter. RCS ist keine eigene App. Es steckt in der Nachrichten-App, mit der du auch SMS schreibst: auf Android die vorinstallierte Nachrichten-App oder Google Messages, auf dem iPhone die App Nachrichten.
Was RCS mitbringt, kennst du von Messengern. Laut Apple verschickst du Texte, hochauflösende Fotos und Videos sowie Links, und du siehst Zustell- und Lesebestätigungen und ob dein Gegenüber gerade schreibt. Gruppenchats und Sprachnachrichten gehören laut Stiftung Warentest ebenfalls dazu.
Auf dem iPhone erscheinen RCS-Nachrichten wie SMS in grünen Sprechblasen. Schreiben sich zwei iPhones mit iMessage, läuft das Gespräch weiter über iMessage. RCS kommt ins Spiel, sobald auf der anderen Seite ein Android-Handy steht.
Was unterscheidet RCS von SMS?
Die SMS ist reiner Text mit 160 Zeichen und läuft über das klassische Mobilfunknetz. RCS braucht dagegen eine Internetverbindung, also WLAN oder mobile Daten, und kann alles, was die SMS nicht kann.
| SMS | RCS | |
|---|---|---|
| Inhalt | Text, 160 Zeichen je Nachricht | Text, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dateien |
| Gruppenchats und Lesebestätigung | nein | ja |
| Übertragung | Mobilfunknetz | WLAN oder mobile Daten |
| Kosten privat | je nach Tarif pro SMS oder in der Flatrate | Datenvolumen, keine Gebühr pro Nachricht |
| Ende-zu-Ende-verschlüsselt | nie | wenn alle Beteiligten es unterstützen |
Zur Verschlüsselung schreibt Apple, dass SMS und MMS nie Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. RCS-Nachrichten sind es seit iOS 26.5 als Beta, aber nur, wenn die Netzbetreiber aller Beteiligten mitmachen. Zu sehen ist das am Schloss mit dem Wort „Verschlüsselt" oben im Chat. Fehlt die Anzeige, sind die Nachrichten auf dem Weg zwischen den Geräten nicht vor Mitlesern geschützt, genau wie eine SMS.
Auf welchen Handys und in welchen Netzen läuft RCS?
Auf praktisch allen aktuellen. Android-Handys können RCS laut Stiftung Warentest seit Android 5 aus dem Jahr 2014. Das iPhone braucht iOS 18 und einen Tarif bei einem Anbieter, der RCS auf dem iPhone unterstützt. In Deutschland sind das laut Apples Anbieterliste (Stand 18. September 2026) Telekom, Vodafone, O2 und 1&1.
Damit eine Nachricht als RCS ankommt, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Beide Handys können RCS, und beide Netze bieten es an. Google Messages zeigt dafür den Status „Verbunden", und der bedeutet laut Google nur, dass du RCS mit Leuten nutzen kannst, die es ebenfalls aktiviert haben. Bei allen anderen schickt das Handy eine SMS.
Einschalten kannst du RCS auf dem iPhone unter Einstellungen, Apps, Nachrichten, RCS-Nachrichten. Laut Apple kann die Aktivierung einige Stunden dauern.
Was kostet RCS?
Privat nichts extra. RCS-Nachrichten werden laut Stiftung Warentest auf das Datenvolumen angerechnet, weitere Gebühren entstehen nicht. Zum Vergleich: Für eine MMS wurden zuletzt meist 39 Cent fällig.
Unternehmen zahlen dagegen pro Nachricht, und der Preis hängt vom Netz und von der Art der Nachricht ab. Was eine einfache Nachricht kostet, was eine mit Bildern und Knöpfen, und wie sich das zu SMS und WhatsApp verhält, steht im Beitrag RCS-Chat Kosten.
Was bedeutet RCS für Betriebe mit Terminen?
Ein Kanal mehr in der App, die deine Kunden ohnehin für SMS nutzen, und das mit Logo und Firmenname. Geprüfte Absender bekommen in Google Messages ein Häkchen. Google zählt Terminbestätigungen und Terminänderungen ausdrücklich zu den Nachrichten, die Unternehmen per RCS verschicken dürfen. Die Telekom zeigt in ihren Beispielen für kleine und mittlere Betriebe eine Terminbuchung per RCS mit vorgeschlagenen Zeiten und Bestätigung im Chat.
Zwei Eigenheiten muss man kennen. Erstens braucht jeder Absender eine Freigabe von Google, den Netzbetreibern oder beiden. Beantragt wird sie von einem registrierten Partner, für einen kleinen Betrieb ist das ein Anbieter wie die Telekom oder ein SMS-Dienstleister. Wie das geht und was eine Nachricht können darf, steht im Beitrag zu RCS Business Messaging. Zweitens beginnt bei RCS fast immer das Unternehmen das Gespräch. Kunden können nicht einfach eine Firmennummer anschreiben wie bei WhatsApp. Was daraus für die Wahl des Kanals folgt, zeigt der Vergleich RCS vs. WhatsApp.
Für eine Terminerinnerung, die jeden erreichen soll, ist RCS ein Fortschritt gegenüber der SMS-Erinnerung. Für Kunden, die selbst schreiben, verschieben oder absagen wollen, bleibt der Chat in WhatsApp der direktere Weg. Darauf ist APPOYNT gebaut: Erinnern, Bestätigen und Verschieben laufen im selben Chat, und jeder Termin landet direkt im Kalender.
Häufige Fragen zu RCS
Ist RCS dasselbe wie WhatsApp?
Nein. WhatsApp ist eine eigene App von Meta mit eigenem Konto. RCS ist ein Standard der Mobilfunkanbieter und steckt in der Nachrichten-App, die du für SMS nutzt. Beide können Fotos, Gruppenchats und Lesebestätigungen, aber RCS funktioniert nur, wenn beide Seiten es aktiviert haben.
Kann ich RCS ausschalten?
Ja. Auf dem iPhone unter Einstellungen, Apps, Nachrichten, RCS-Nachrichten. Dort lassen sich auch die RCS-Nachrichten von Unternehmen getrennt abschalten. In Google Messages findest du den Schalter unter den Einstellungen für Messages bei RCS-Chats. Google rät davon ab, ihn aus- und wieder einzuschalten, weil du dabei aus Gruppenchats entfernt wirst.
Ist RCS verschlüsselt?
Ende-zu-Ende nicht immer. Seit iOS 26.5 gibt es Ende-zu-Ende-verschlüsseltes RCS als Beta, wenn die Netzbetreiber aller Beteiligten es unterstützen. In Deutschland führt Apple das für Telekom, O2 und 1&1. Nachrichten von Unternehmen sind laut Google auf dem Weg zu Googles Servern und von dort zum Handy verschlüsselt, aber nicht Ende-zu-Ende, weil Google sie auf Schadinhalte prüft.
Warum kommt meine RCS-Nachricht als SMS an?
Weil die andere Seite RCS gerade nicht nutzen kann: kein RCS aktiviert, ein Netz ohne RCS, ein iPhone vor iOS 18 oder keine Datenverbindung. Dann schickt die Nachrichten-App eine SMS. In Google Messages siehst du am Symbol der Senden-Taste, wie die Nachricht rausgeht.
